Laws of Form, George Spencer-Brown

Dies sind die mir wichtigsten philosophischen Auszüge aus Laws of Form,eigentlich ein Buch über eine neue Mathematik, nämlich die Gesetze der Form, Formkalkül.

Vorwort

Spencer-Brown geht von der alltäglichen Vorstellung der „realen Welt“ aus und zeigt, daß der Beobachter über die Grundoperationen der Unterscheidung eine solche unabhängige Welt erschafft. Unser von der griechischen Tradition geprägter Begriff des Wissen – im Umfeld der Lichtmetaphorik entstanden (wissen lat. novi, nosco heißt „gesehen haben“) – nimmt auf die visuelle Wahrnehmung Bezug. Wir haben ein Wissen von etwas, wenn wir es gesehen haben und von daher nicht noch einmal hinschauen müssen. Dieses Verständnis von Wissen impliziert also die Nichtveränderung des beobachteten Objektes. Von daher leitet sich auch das Ziel abendländischer Wissenschaft ab, das Sein zu erkennen, indem man auf das Unveränderliche fokussiert und Konstanten aufzudecken sucht. Die Realität als der Bereich, dem wir wirkliches Sein zuschreiben, hängt von daher von unserer Erwartung ab, daß das Beobachtete sich nicht verändert.

 

Was existiert , ist formell konstruiert durch die Postulierung eines hypothetischen Wesen, von dem angenommen wird , es nehme es wahr , und unterschiedliche Wesen werden die Konstruktion unterschiedlicher Existenzen hervorbringen. Ein völlig unterschiedliches Wesen wird eine komplett unterschiedliche Existenz konstruieren.

„Wir“ erzeugen eine Existenz, indem wir die Elemente einer dreifachen Identität auseinander nehmen..

Die Existenz erlischt , wenn wir sie wieder zusammenfügen. Jede Kennzeichnung impliziert Dualität, wir können kein Ding produzieren, ohne Koproduktion dessen, was es nicht ist, und jede Dualität impliziert Triplizität:

Was das Ding ist, was es nicht ist, und die Grenze dazwischen.

Es wird offenbar, dass, wenn bestimmte Gegebenheiten über unsere gemeinliche Erfahrung der Wahrnehmung, oder was wir Innenwelt nennen könnten, durch angelegentliche Studien dessen, was wir im Gegensatz Außenwelt nennen, enthüllt werden , dann ebenso angelegentliche Studien dieser Innenwelt umgekehrt die Gegebenheiten enthüllt werden, die man zuvor in der Außenwelt angetroffen hatte: Denn woran wir uns annähern ist, wie von der einen wie der anderen Seite, jedenfalls die gemeinsame Grenze dazwischen.

…… dass ein Universum zum Dasein gelangt, wenn ein Raum getrennt oder geteilt wird.

Die Haut eines lebenden Organismus trennt eine Außenseite von der Innenseite.

Wir können anfangen zu erkennen , wie die vertrauten Gesetze unserer Erfahrung unweigerlich aus dem ursprünglichen Akt der Trennung erfolgt.

Unterscheidung ist perfekte Be-Inhaltung

Das heißt, eine Unterscheidung wird getroffen, indem eine Grenze mit getrennten Seiten so angeordnet wird, dass ein Punkt auf der einen Seite die andere Seite nicht erreichen kann ohne eine Grenze zu überschreiten.

Wenn einmal eine Unterscheidung getroffen wurde, können die Räume, Zustände oder Inhalte auf jeder Seite der Grenze, in dem sie unterschieden sind, bezeichnet werden.

Betrachten wir für einen Moment die Welt wie sie von einem Physiker beschrieben wird. Sie besteht aus einer Anzahl fundamentaler Teilchen, die, wenn sie durch ihren eigenen Raum geschossen werden. Als Wellen erscheinen, und somit von der gleichen Laminarstruktur wie Perlen oder Zwiebeln sind, und anderen Wellenformen, elektromagnetisch genannt, die vorteilhafterweise als mit konstanter Geschwindigkeit den Raum durchmessen aufgefasst werden. Alle diese scheinen durch bestimmte Naturgesetze gebunden, welche die Form ihrer Beziehungen bezeichnen.

Nun ist der Physiker selbst, der all das beschreibt, nach seiner eigenen Auffassung selbst aus diesem aufgebaut. Kurz, er ist aus einer Konglomeration eben der Teilchen, die er beschreibt gemacht, nicht aus mehr ,nicht aus weniger, zusammengehalten durch solche allgemeine Gesetzte und solchen gehorchend, die er selbst gefunden und aufgezeichnet hat.

Somit können wir der Tatsache nicht entkommen, dass die Welt die wir kennen, aufgebaut ist,um (und somit in der Lage ist) sich selbst zu sehen.

Das ist in der Tat erstaunlich.

Nicht so sehr im Hinblick auf das, was sie sieht, obwohl das fantastisch genug erscheinen mag, sonder in Berücksichtigung der Tatsache, dass sie überhaupt sehen kann.

Aber um das zu tun, muss sie sich trennen in mindestens einen Zustand, der sieht, und in mindest einen anderen Zustand, der gesehen wird.

In diesem getrennten und verstümmelten Zustand ist, was immer sie sieht, nur zum Teil sie selbst. Wir können annehmen, dass die Welt unzweifelhaft sie selbst ist (D.h. von sich selbst nicht verschieden), aber bei jedem Versuch sich selbst als Objekt zu sehen muss sie unzweifelhaft so agieren, um sich von sich selbst verschieden zu machen und daher sich selbst untreu werden. Unter diesen Bedingungen wird sie sich immer sich selbst teilweise entziehen.

Es scheint sehr schwer, eine annehmbare Antwort auf die Frage zu finden, wie oder warum die Welt ein Verlangen danach und eine Fähigkeit dazu entdeckt, sich selbst zu sehen., und den Vorgang zu erleiden scheint. Dass sie das tut , wird manchmal das ursprüngliche Mysterium genannt. Als universelle Repräsentanten können wir das Universalgesetz weit genug aufzeichnen , um zu sagen..du wirst gelegentlich das Universum konstruieren, in jedem Detail und jeder Potentialität, so wie du es jetzt kennst; doch dann wieder wird das , was du konstruieren wirst, nicht alles sein, denn wenn du erreicht haben wirst, was jetzt ist, wird das Universum sich in eine neue Ordnung ausgedehnt haben, um zu beinhalten was dann sein wird.

In diesem Sinn, in Berücksichtigung seine Information, muss sich das Universum ausdehnen, um den Teleskopen zu entkommen, durch welche wir , die es sind , versuchen, es einzufangen, das wir sind.

Somit muss die Welt , wann immer sie als physikalisches Universum in Erscheinung tritt, in uns, ihren Repräsentanten, den Anschein erwecken, mit sich selbst eine Art Versteck zu spielen. Was enthüllt ist, wird verborgen werden, aber was verborgen ist wir enthüllt werden.

Unglücklicherweise finden wir heutzutage Erziehungssysteme vor, die sich so weit von der reinen Wahrheit entfernt haben, dass sie uns lehrten stolz auf das zu sein was wir wissen, und unserer Unwissenheit zu schämen. Das ist auf doppelter Weise verderblich.

Es ist verderblich , nicht nur, weil Stolz eine Todsünde ist, sondern weil zu lehren, stolz auf sein Wissen zu sein, heißt, eine wirkungsvolle Barriere gegenüber jedweden Fortschritt über das hinaus, was bereits gewusst wird, zu errichten, da einen Scham empfinden lässt, über die Fesseln hinaus zu blicken, die durch die eigene Unwissenheit angelegt ist.

Jedem, der breit ist, den Bereich seiner großen und universellen Unwissenheit mit Respekt zu betreten, werden sich die Geheimnisse des Seins nach und nach erschließen, und das werden sie maßgeblich seiner Freiheit von natürlichem und indoktriniertem Schamgefühl gegenüber ihrer Enthüllungen tun.

Existenz ist selektive Blindheit.

Nimm Blindheit als paradigmatisch für jeden Sinn, d.h. Taubheit, Geschmacklosigkeit, usw.

Wir bemerken eine Seite einer Ding-Grenze um den Preis, der anderen Seite weniger Aufmerksamkeit zu widmen.

Wir bemerken, dass ein Geschirr in der Spüle abgewaschen ist, indem wir dem nicht-Geschirr Universum, welches unsere Definition von der Grenze des Geschirrs gleichermaßen definiert, nur spärliche Aufmerksamkeit schenken. Schenken wir beiden Seiten die gleiche Aufmerksamkeit, müssten wir ihnen den gleichen Wert zumessen, und dann würde die Grenze verschwinden. Die Existenz des Geschirrs wäre beendet, und es gäbe nichts mehr abzuwaschen.

Wir tun ganz genau dasselbe mit uns selbst. Anlässlich unseres Todes verschwindet die Selbst-Grenze. Bevor sie dies tat, schrieben wir dem, was wir unserer Innerstes nannten, großen Wert zu und einen vergleichsweise geringen dem was wir das „Äußere“ nannten.

Todeserfahrung ist somit in letzter Konsequenz der Verlust selektiver Blindheit,beide Seiten jeder Unterscheidung gleich zu sehen. Dies ist definitionsgemäß absolutes Wissen oder Allwissenheit, mathematisch unmöglich, außer gleichgesetzt mit keinerlei Wissen überhaupt. Durch das allen-Seiten-gleichen-Wert-Beimessen hat die Existenz überhaupt aufgehört, und das Wissen über alles wurde zum Wissen über nichts. Das wohlbekannte und oft beschriebene Ekstaseerlebnis am nahen ende unserer Existenz wird verursacht durch die Erleichterung von der schweren, von jeder Existenzweise verlangten, Beschränkung unserer Sinne, wenn der Einschluss in die Körperlichkeit zuletzt ganz verloren geht.

Mit anderen Worten, die Schwierigkeit,das, was wir Leben nennen, zu behalten, und die alle Wesen erfahren , ist genau die Schwierigkeit, die Erscheinung irgendeines bestimmten Existenzmodus aufrechtzuerhalten, so dass sie fortwährend erkenntlich als die selbe erscheint. In dem wir physischen Körper schützen, schützen wir in identischer Weise das Universum, welches jeder von ihnen erschafft. Unser Wunsch nach Unsterblichkeit ist ein Wunsch, dass sich dieses Universum niemals verändern möge, und wenn wir einmal diesen Wunsch sehen als das was er ist, erkennen wir ihn nicht nur als unmöglich, sondern auch als nicht wünschenswert.

MMS (Miracle Mineral Solution) – Chlordioxid – Eine ganzheitliche Therapie

Chlordioxid ist ein wirksames antimikrobielles Mittel, das bei Malaria, Blutvergiftung,Pilzinfektionen, Entzündungen, Erkältungen, Grippe, Parasitenbefall im Darm und selbst Krebs helfen kann.

Chlordioxid ist wahrscheinlich das effektivste universal einsetzbare Mittel gegen Mikroben und Parasiten , das es gibt.

Es ist jedoch ratsam, die Einnahme mit anderen Naturheilverfahren zu kombinieren, um das Gleichgewicht zwischen Oxydations- und Antioxidationsmitteln im Körper wiederherzustellen.

Historie
MMS wurde von dem Ingenieur Jim Humble durch in der Not geborenen Zufall entdeckt.
Er war mit einem Team in Südamerika beim Abbau von Gold,
als bei den Arbeitern eine heftige Malariaerkrankung ausbrach. Da man weit weg war von aller Zivilisation, kam Humble auf die Idee das vorhandene Mittel zur Trinkwasser-Desinfizierung einem Erkrankten oral zuzuführen.
Die Krankheitssymptome verschwanden innerhalb von wenigen Stunden.
Zusammen mit dem Roten Kreuz wurden nach Humble
75 000 Malaria aber auch Aids Patienten geheilt.
Bis eines Tages das lokale Rote Kreuz von seiner Zentrale verboten bekam mit Humble zusammen zu arbeiten.

Warum wenden Pharmakonzerne und die Ärzteschaft nicht mms an ?
Der weltweite Umsatz der Pharmaindustrie liegt bei ca. 1 Billionen Dollar.
Chlordioxid ist sehr kostengünstig und lässt sich nicht patentieren.
Daher wird mms von der Medizinindustrie bekämpft.
Daher finden sich in Artikeln der Konzernmedien wie SPIEGEL ect. verheerende Berichte wie „Quacksalber verkaufen Chlorbleiche als Heilmittel“
Daher ist es ratsam bei eigener Anwendung nur guten Freunden davon zu erzählen.

Verschiedene Darstellungen von mms.
Am Anfang der Entdeckung wurde , wie zur Wasseraufbereitung, NatriumChlorit (NaClO2) direkt eingenommen um dann durch die Magensäure zu Kochsalz (NaCl) und Chlordioxid (ClO2) aufgespalten zu werden.
Später wurde dann NatriumChlorit mit Salzsäure oder Zitronensäure vermischt und eingenommen.
In beiden oben beschrieben Fällen kommt es aber zu Übelkeit,
da bei der Reaktion auch reines Chlor entsteht, das schlecht bekömmlich ist.
Seit einigen Jahren verwendet man die sehr gut bekömmliche
Chlordioxid-Lösung, diese wird durch die Ausgasung der 1:1 Mischung von Natriumchlorit und Salzsäure, die man in Wasser einleitet, hergestellt.
Es gibt im Handel mittlerweile fertige stabilisierte CDL/CDS (Chlordioxid Lösung/Chlordioxid Solution) zu kaufen.

Wirkung von Chlordioxid
Chlordioxid ist wahrscheinlich das effektivste universal einsetzbare Mittel gegen Mikroben und Parasiten , das es gibt. Es tötet alle anaeroben Mikroben und Parasiten ab, greift dabei aber nicht die gutartigen Laktobakterien unserer Darmflora an. Der einzige Rückstand, der sich nach dem Einsatz von Chlordioxid in Wasser, Nahrung und Körper findet, ist eine winzige Menge Natriumchlorid (NaCl), also Kochsalz
Selbst in der herkömmlichen Medizin – lange vor Jim Humbles Entdeckung – wurde Chlordioxid zur Sterilisation roter Blutkörperchen vor einer Transfusion eingesetzt.
Das eigentliche wunderbare ist das mms die niederen Lebensformen , aber nicht die Körperzellen der Säugetiere angreift
Die Mikroben werden durch mms oxidiert , dieser Effekt ist ähnlich wie von Sauerstofftherapie und Sole-Bädern.

Anwendung von mms

Bei Problemen auf der Haut
Bei Geschwüren, Haut-Fußpilz, Herpes, Hautkrebs und Altersflecken (eine Vorstufe zum Hautkrebs) kann mms direkt auf die Haut aufgetragen werden.
Die biochemische Wirkung ist nur ca. einer Stunde wirksam, daher ist es zur vollständigen Ausheilung notwendig diese Auftragung zu wiederholen.
Bei akuten Geschwüren ist schon nach dem ersten Auftragen nach einer halben Stunde eine spürbare Besserung vorhanden, nach einem Tag ohne weitere Behandlung ist die Wirkung vorbei, daher ist es ratsam mms mehrmals am Tag aufzutragen , bis das Geschwür ausgeheilt ist.
Bei den sogenannten Altersflecken habe ich die Erfahrung gemacht, dass nach täglich ein bis zweimal Auftrag über mehre Tage, nach einigen Wochen (ohne Behandlung) sich über auf dem Hautfleck eine weiße Schicht bildet die sich abrubbeln lässt und der Fleck deutlich heller und kleiner wird.

Bei Herpes war bei mir die Wirkung gleich der herkömmlichen Herpesmittel, auch die Anwendung , nämlich mehrmaliges Auftragen am Tag.

Bei Erkältungen und Grippe
Bei Erkältungen tötet Chlordioxid die Viren ab, unterbindet aber nicht die – durchaus vorteilhafte – Schleimbildung. Dieser Schleim kann mit der Zuckerkur schneller entfernt werden.
Es wird ein Teelöffel Raffinadezucker im Mund behalten bis er sich aufgelöst hat, dies macht man ein bis zwei Stunden am Tag und weiter täglich bis kein Schleim mehr da ist.
Der Zucker zieht Schleim und Lymphe aus den Lymphknoten und reinigt so nach und nach die Kopfhöhlen.

Bei Grippe wird empfohlen, ein bis zwei Tage lang hohe Dosen MMS zu nehmen und anschließend dazu überzugehen, große Mengen an Antioxidantien einzunehmen; zum Beispiel alle zwei Stunden einen halben Teelöffel Natriumascorbat in Flüssigkeit (zum Beispiel in frischem Zitronensaft) gelöst, bis die Grippe überstanden ist.
Ich persönlich habe bei einer Sommergrippe die Erfahrung gemacht, dass das Krankheitsgefühl innerhalb einer halben Stunde nach dem ersten Einnehmen , einem Hochgefühl wich.
Die belegte Zunge ging erst nach einer Woche ganz weg, habe aber den Mund nicht mit mms gespült.
Habe dabei ca. 4 mal 20 Tropfen CDL 0,3% am Tag eine Woche lang genommen und nach 1 Stunde nach der letzten Einnahme eine Schüssel Obstsalat gegessen.
Auffallend war auch in dieser Woche, der sehr klare Blick und klare Gedanken. Dies wird von vielen Anwendern beschrieben

Andere Viruserkrankungen
Einige Virusinfektionen lassen sich mit MMS gut behandeln.
Bei anderen dagegen, wie Hepatitis C, Lymphe-Krankheit und HIV, zeigt sich zwar oft eine Verbesserung, doch insgesamt sind diese Erkrankungen hartnäckiger.
Es gibt Beweise dafür, dass eine intensive Therapie mit Antioxidantien sehr gut gegen Viruserkrankungen hilft. Beispielsweise gibt es in der orthomolekularen Medizin zahllose Publikationen , dass sich selbst schwere Virusinfektionen schnell und effektiv mit sehr hohen Dosen Vitamin C bekämpfen lassen. Hepatitis C lässt sich zudem gut mit großen Mengen an verschiedenen Antioxidantien behandeln.
Bei einer schweren bzw. hartnäckigen Viruserkrankung wird empfohlen , zunächst eine kurzzeitige hochdosierte MMS-Behandlung, die dann durch eine langfristige Gabe großer Mengen an verschiedensten Antioxidantien abgelöst wird, durchzuführen

Krebs
Bei Krebs gibt es Zeugnisse von Menschen die spontan innerhalb von einigen Wochen z.B. Knoten in der Brust weg bekamen.
Gute Ergebnisse sollen bei Krebs im Lymphsystem, bei Blut oder Haut Krebs mit mms erzielt werden.
Viele Krebspatienten kommen im letzten Stadium, nach Bestrahlung und Chemotherapie, zu Therapeuten die mms anwenden. Hier wird in besten Fällen von Lebensverlängerung um einige Jahre berichtet.
Je nach Krebsarten wird von der alternativen Medizin GcMAF und B17 krebshemmende Wirkung zugeschrieben (das ist kein mms)
Wenn ich Krebs hätte würde ich mich keinesfalls einer Chemotherapie unterziehen.

Arteriosklerose
Man vermutet, dass eine MMS-Therapie im Falle von kardiovaskulären Erkrankungen und Arteriosklerose die Cholesterinablagerungen zu schnell aufbricht, was zu einer Schwächung der betroffenen Blutgefäße führen kann.
Um dies zu verhindern bzw. den Effekt abzumildern, wird empfohlen, große Mengen an Vitamin C einzunehmen – bis zu zehn Gramm täglich, aufgeteilt in kleinere Einzeldosen.
Dies sollte mehrere Wochen lang beibehalten werden, bevor man mit der MMS-Therapie beginnt.
Dadurch werden die Blutgefäße gestärkt und elastischer. Weitere Nährstoffe, die die Elastizität erhöhen, sind Zitronensaft, grüne Säfte, Kupfersalicylat, Magnesiumchlorid, MSM und N-Acetylglukosamin.

Ganzheitliche Anwendung von mms
Neben Übelkeit kann es durch die langfristige Einnahme von hohen Dosen von MMS auch zu Entzündungen kommen.
Das erklärt sich, wenn wir einen Blick auf die Funktion einer Entzündung und die Rolle werfen, die Oxydations- und Antioxidationsmittel in diesem Zusammenhang spielen.
Eine Entzündung sorgt für eine gesteigerte Blut- und Nährstoffzufuhr im betroffenen Bereich, unterstützt somit das Immunsystem wesentlich bei seiner Arbeit und hilft, Organ- und Gewebeschäden zu heilen.
Wenn das Immunsystem nicht stark genug ist, um eindringende Mikroben und kranke Körperzellen zu beseitigen, dann werden aus eigentlich heilsamen Entzündungen schädliche chronische Entzündungen – symptomatisch für unsere gegenwärtige Epidemie an chronischen Erkrankungen.
Oxidationsmittel unterstützen das Immunsystem, indem sie diesem mehr „Feuerkraft“ verleihen und Mikroben vollständig abtöten.
Die Einnahme starker Oxidationsmittel, wie beispielsweise Chlordioxid, führt zu einer Verstärkung der Entzündungen und einem gesteigerten Säuregehalt des Körpers.
So kann es während einer MMS-Behandlung zu verschiedenen Reaktionen kommen, wie es auch beim natürlichen Heilungsprozess der Fall ist – vorübergehend können Entzündungen entstehen.
Auf lange Sicht sind solche Entzündungen positiv für den Gesundungsprozess, auch wenn sie kurzfristig unangenehm sind. Dieser Vorgang wird als „Heilungskrise“ oder auch „Heilreaktion“ bezeichnet.
Antioxidationsmittel haben eine gegenteilige Funktion. Sie schützen unsere Körperzellen davor, oxidiert zu werden. Oxidation darf nur kontrolliert stattfinden, um Energie zu erzeugen oder Eindringlinge und Schadstoffe auszumerzen.
Wenn wir die Zufuhr an Oxidationsmitteln steigern, sollten wir zugleich mehr Antioxidantien zu uns nehmen, da ansonsten unnötigerweise Entzündungen entstehen können, die aus Gewebereizungen oder degenerativen Veränderungen resultieren. Ein Beispiel hierfür ist, dass bei der Einnahme hoher Dosen MMS über mehrere Tage hinweg die Sehkraft nachlassen kann.
Es ist also notwendig bei Einnahme von mms im zeitlichen Abstand von mindestens 1 Stunde Antioxidantien einzunehmen
Aber niemals zusammen !

Antioxidantien :
Antioxidantien in Form von Nahrungsergänzungsmitteln – wie die Vitamine C und E und des B-Komplexes, Coenzym Q10, Traubenkernextrakt, Beta-1,3-D-Glucan und das Immunsystem anregende Stoffe –, aber auch Nahrungsmittel, die reich an natürlichen Antioxidantien sind, wie Acai-Beeren und -Saft, frisches Obst, mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Kurkuma, schwarzer und grüner Tee, Kakao, Kaffee und andere.
Weil Chlordioxid besonders gut mit Vitamin C reagiert, ist es ratsam, täglich ein oder mehr Gramm dieses Vitamins zu sich zu nehmen, wenn man mehr als ein paar Tage lang hohe Dosen MMS einnimmt. Das schützt die für Oxidation anfälligen Körperregionen wie Herz, Gehirn und Augen.

Verschiedene Anwendungsformen
mms kann in Form von CDL 0,3% unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden, wenige Tropfen, maximal 20 gesamt,
durchaus mehrmals am Tag.

Es kann in einem Glas Wasser 20 Tropfen CDL 0,3% eingenommen werden, dies bis maximal jede Stunde 8 Stunden lang.
Bei inneren Krankheiten , oder bei Verdacht auf starken Wurmbefall auch rektal.
Bei Vereiterungen der Stirnhöhle gibt es die Möglichkeit mms verdünnt über die Nase einzuziehen.
Im Prinzip gilt mms möglichst in die Nähe der Stellen der Erkrankung einzubringen

Links:

http://www.gesundheitlicheaufklaerung.de/mms-eine-ganzheitliche-therapie

http://www.jim-humble-mms.de

Schulmedizin – ein Kartenhaus bricht zusammen: MMS = eine Revolution in der Medizin

Dr. med. Dietrich Klinghardt – Schwermetalle, Impfungen & Entgiftung
-Vortrag beschäftigt sich mit den Ursachen der heutigen Krankheiten und geht am Schluss auf die Therapie mit mms ein
besonders Interessant den Teil über Epigenetik !

Dr. Andreas L. Kalcker – MMS, Parasiten & Krebs // SPIRIT OF HEALTH 2014

-Alternative Behandlung in der Tierheilkunde – Dirk Schrader // Spirit of Health 2015
-hat mich besonders beeindruckt, da todkranke Hunde mit CLO2 behandelt werden, Tetanus z.b.

Doctor Requested Suicide (Unknown Terminal Disease) – MMS Testimonial

MMStestimonials
https://www.youtube.com/channel/UC8eoSbBWWJo80-BGMuVYJuw

Bezugsquellen:
http://www.vitalundfitmit100.de/CDS-CDL

17.09.2015

SELBSTORGANISATION u. GEIST, 3.Dynamische Strukturierung, Ordnung durch Fluktuation

Drehen wir einen Wasserhahn langsam auf so entsteht zuerst ein glatter Strahl.

Der Physiker nennt dies „laminarer Strahl“. Dieser ist klar und durchsichtig.

Dreht man den Hahn weiter auf so kommt es ab einem gewissen Punkt zu einem plötzlichen Umschlag, der Strahl ist nicht mehr glatt sondern wirkt strähnig , muskulös,

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Unordung schein hereingebrochen , doch der Schein trügt.
Während beim glatten Stahl die Wasserteilchen zufällig verteilt sind , werden diese beim turbulenten Strahl zu kraftvollen Strähnen zusammengefasst.
Das Wasser reagiert damit auf eine höhere Durchfussmenge mit Bildung einer scheinbar stabilen Struktur , die , dreht man den Wasserhahn noch etwas weiter auf,spontan in eine widerum stabile Struktur umklappt.
Struktur ist hier nicht etwas festes, aus den immer gleichen Bestandteilen zusammengesetztes sondern ein dynamisches Zusammenwirken das immer neue Wasserteilchen in die gleichen Strähnen zwingt.
Es handelt sich um die Strukturierung durch Prozesse.
Ein weiteres Beispiel für Strukturierung durch dynamische Prozesse sind die Bernard-Zellen.
Erhitzt man Öl in einer grossen Pfanne , so erwärmt sich das Öl zuerst ohne daß die Ölteilchen sich bewegen., ab einer gewissen Temperatur bilden sich aufsteigende Ströme , da das Ungleichgewicht zwischen der heissen Schicht am Boden der Schale und der kalten an der Oberfläche zunimmt.

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Es kommt zu wabenförmigen Stukturen. Wo vorher die Wasserteilchen ungeordnet , gleichmässig verteilt waren, herrscht jetzt höheres Mass an Ordnung oder Kooperation zwischen den einzelnen Teilchen.
Das Ungleichgewicht (zwischen dem heissem Boden und der kühleren Oberfläche ) ist hier von besonderer Bedeutung. Dieses Ungleichgewicht bringt erst den Fluss der Teilchen hervor und sorgt so für eine Dynamik die die dynamische Strukturen hervorbringt
Es kommt zu einem Fluss, welche die Wasserteilchen nach oben treibt, die wabenförmigen Strukturen entstehen in diesem Prozess des nach oben fliessen indem sich die Teilchen in einem Akt der „Selbstorganistation“ gegenseitig beeinflussen.
Das Prinzip der dynamischen Strukturierung mittels eines Ungleichsgewicht ist bei der Flamme besonders gut zu erkennen. Hier steigen , bedingt durch die Schwerkraft, die heissen und damit leichteren Gase nach oben und erzeugen

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so die chakeristische Form und Farbe der Flamme.
Ohne die Schwerkraft die im Endeffekt das Ungleichgewicht erzeugt gäbe es keine Flamme, sondern nur einen blauen Leuchtbogen, wie Experimente im Weltall uns gezeigt haben siehe Abbildung.
Es ist also falsch zu meinen es sei alles in bester Ordnung würde nur überall Gleichgewicht herrschen.

Aus dynamischer Sicht bedeutet Gleichgewicht Stillstand und Tod. Nur in einem Ungleichgewicht kann so etwas wie ein Fluss entstehen.
Wie auch bei den oben genannten dynamischen Strukturen besteht die Flamme gar keinen festen Bestandteilen.

Energie und Materie fließen durch sie hindurch, dieser Fluss ist die Flamme. Sie steht im ständigem Austausch mit ihrer Umwelt und erschafft sich im jeden Augenblick neu.

Nicht umsonst hat schon Buddah die Flamme als ein Gleichnis für Geist und Leben in seinem bekannten Flammengleichnis erwählt.

Buddhistisches Flammengleichnis von Thich Nhat Hanh

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So auch Nietzsche in seinem kleinen Gedicht:

Ja ich weiß wo her ich stamme
Ungesättigt gleich der Flamme
glühe und verzehre ich mich
Licht wird alles was ich fasse
Kohle alles was ich lasse,
Flamme bin ich sicherlich.

Das Ordnungsprinzip welches sich hier ausdrückt spielt in unserer Welt eine wichtige, ja dominante Rolle.
Wir erkennen dass durch den koordinierten Tanz vieler Einheiten, gesetzt mittels eines treibenden Ungleichgewichts, komplexe Strukturen entstehen.
Wir suchen die Erklärungen für das Entstehen der Phänomene des Lebens, Geist und Bewusstseins nicht im mikroskopisch kleinen sondern in der Untersuchung von dynamischen zusammenhängenden Systemen.
Die Phänomene von zusammenhängenden Systemen lassen sich nicht auf die Grundbausteine der Materie reduzieren.
Im koordinierten Tanz vieler einzelner Bausteine ergibt sich eine Emergenz von Eigenschaften des Systems welches sich nicht aus den Eigenschaften der einzelen Bausteine erklären lasst.

Geist eben ist nicht durch die Reduktion auf bestimmte Grundeigenschaften der Bausteine der Materie finden.

Die in der Reduktion auf singuläre Eigenschaften vorfindlichen Grundgesetze sind weiterhin gültig, sie erklären aber nicht die Systemeigenschaften, sondern es entsteht in der Koordination etwas völlig Neues.
Eine systemhafte Sicht führt aber zwingend zu einer dynamischen Perspektive.
Die eingangs geschilderten hydrodynamischen Strukturen so wie auch die der Flamme bestehen überhaupt nicht aus dauerhaften Komponenten, sondern sind reine Prozessstrukturen.

Die vorgenannten Prozesse zeichnen sich dadurch aus , dass sie durch ein von aussen aufgezungenen Ungleichgewicht getrieben werden.
Viel interessanter aber sind jene dynamischen Strukturen die ihr inneres Ungleichgewicht selbst erzeugen.
Dies sind Strukturen die Energie verbrauchen.

Dissipative Strukturen, so nennt es die Wissenschaft , was so sich vom lateinischen Dissipare (Verteilen) ableitet.

SELBSTORGANISATION u. GEIST, 2. Die Richtung der Zeit

Gegenwart ?

Kaum ist das Wort schon genannt befindet es sich auch schon in der Vergangenheit. Ja ,im Moment des Sprechens des Wortes Gegenwart fliessen die Laute von Zukunft nach Vergangenheit.

Die Gegenwart wird von dir und mir gesetzt, ohne Gedächtnis keine Vergangenheit ohne Antizipation keine Zukunft.

Zunächst schauen wir wieso die Zeit nur in eine Richtung fliesst und dies auch keine hartnäckige Illusion ist, wie noch Einstein meinte.

Öffnen wir eine Flasche Parfüm , so verteilen sich die Duftmoleküle mit der Zeit gleichmässig im Raum.
Von selbst aber werden die Duftmoleküle nie mehr in das Fläschchen zurückkehren.
Giessen wir von einer Seite blau gefärbtes Wasser und von der anderen Seite rotes Wasser in ein Behältnis vermischt sich beides.
Von selbst aber wird sich nie mehr rot und blau gefärbtes Wasser entmischen.

Diese Vermischungsprozesse nennt der Physiker Entropie.
Solche Prozesse sind irresversibel, also nicht umkehrbar, sie laufen nur in eine Richtung ab, hier noch von Ordnung zu Unordnung.
Diese Nichtumkehrbarkeit gibt der Zeit eine Richtung. Vorher und Nachher kommen in Exsitenz , spontan ist Vorher und Nachher bestimmbar, im Gegensatz zu einfachen mechanischen Systemen.
Das Prinzip der Entrophie wurde im Zeitalter der Dampfmaschinen entdeckt, die Welt schien auf einen Zustand der völligen Durchmischung , Unordung zuzulaufen. Man sprach vom Wärmetod des Universums.
Dies prägte ein pessimistisches Bild der Welt welches heute noch anzutreffen ist.

Aber dennoch ist die Welt voll von geordneten Strukturen, wie Spiralgalaxien, Sanddünen., Wolkenmustern
Wie kommt es zu einer solchen Strukturierung ?

SELBSTORGANISATION u. GEIST, 1. Die Welt als Uhrwerk, mechanische Zeit

Als der berühmte französische Mathematiker Laplace 1799 Napoleon seine ersten Bücher überreichte, soll der gefragt haben,warum er in seiner Himmelsmechanik den Namen Gottes nicht einmal erwähnt habe. „Ich hatte diese Hypothese nicht nötigt“, war Laplace Antwort.
Wenn man einen Zustand der Welt komplett erfassen könnte, so wäre es möglich den gesamten zukünftigen Verlauf der Welt vorherzusagen.

Es war die Zeit der grossen Entdeckungen der Mechanik

Die Welt schien wie ein Uhrwerk zu funktionieren.
In einem mechanischen Uhrwerk sind vergangene und zukünftige Zustände bestimmbar. Zukunft und Vergangenheit scheinen in der Gegenwart vorhanden zu sein.
Braucht man doch nur die Zahnräder schnell nach vorne zu drehen und schon kennen wir die Zukunft des Systems.
Oder wir drehen das Uhrwerk zurück und bestimmen somit die Vergangenheit dieses Zahnwerks.

Wir haben , so schein es, in einem mechanischen System wie es das Uhrwerk ist,
einen liniearen, d.h. gradlinigen Ursache – Wirkungszusammenhang.
Jeder Wirkung kann eine Ursache zugeortnet werden.
Die Welt scheint durch und durch vorherbestimmbar ,
Zukunft und Vergangenheit bereits in der Gegenwart vorhanden zu sein.
Es liegt in unserer Natur in mechanischen Systemen zu denken.
Das Erkennen von mechanischen Objekten und deren Manipulation ist uns seit Beginn der Menschheit und davor vertraut.

„Alles ist vorbestimmt , es gibt keinen Zufall“ hört man heute noch. „Kismet“ heißt es im arabischen Raum und meint dieses vorgenannte.
Es bleibt uns nur dem vorgegebenen Schicksal hinzugeben, der freie Wille ist dann nur noch eine Illusion (jetzt ganz davon abgesehen dass die Neurobiologie diesen freien Willen bestreitet, aber dies ist noch ein anderes Thema welches wir noch zu behandeln haben, da hier , in der Hirnforschung, davon ausgegangen wird ,dass das Bewusstsein welches wir das Ich nennen, für sich allein gesehen keine Freiheit besitzt).
Würde aber bereit alles vorbestimmt sein, so gäbe es keine Freiheit, nirgendwo, jedes Blatt das vom Baum fiele würde in breits vorgegenenen Bahnen gezwungen sein.
Jeder Gedanke den du denkst wäre schon vorgedacht. Freiheit wäre wirklich eine Illusion, eine Illusion von Puppen geträumt die doch nur an Fäden des schon vorgegebenen Schicksals ihre Bewegungen vollziehen. Selbst dieser Traum von Freiheit der Marionetten wäre schon vorgeträumt.
Das, bis heute noch unverstandene, Genie Friedrich Hölderlins, ein Zeitgenosse Laplace spricht sich im Hyperion wie folgt für die Freiheit aus:

Alabanda in einem Gespräch mit Hyperion :“Was wär auch diese Welt wenn sie nicht wär ein Einklang freier Wesen, wenn nicht aus eigenem frohen Triebe die Lebendigen von anbegin zusammenwirkten in ein vollstimmig Leben, wie hölzern wäre sie, wie kalt.
Welch herzlos Machwerk wäre sie“ So wäre es im höchsten Sinne war (erwiderte ich (Hyperion)) , dass ohne Freiheit alles tod ist“.Und “ Was lebt ist unvertilgbar, bleibt in seiner tiefsten Knechtsform frei“.

Nicht umsonst war Hölderlin Genie seinen Zeitgenossen unzugänglich.

Die Sicht der Welt als mechanische Operation bestimmt heute noch unser Denken ja selbst die moderne Physik scheint immer immer noch diesem Gedankengebäude anzuhängen, indem sie versucht durch Spaltung der Materie, mit riesigen sehr teuren Maschinen , zu letztendlich einem Teilchen zu gelangen welches die Welt in seinen Grundfesten erklärt.
Gerade jetzt wurde die Entdeckung des „Gottespartikel“ ausgerufen.
Es ist als wolle man , so nebenbei gesagt, durch die stetige Teilung eines Frosches , letztendlich den Baustein „Leben“ entdecken.
Leider ist da der Frosch schon lange tot und es wird sich nichts Lebendiges, oder gar den Grundbaustein Leben, finden.

Heute erkennen wir den Irrtum Laplace, da selbst schon bei einfachen mechanischen Systemen so etwas wie grundlegende Unbestimmtheit auftreten kann.
Diese neuen Erkenntnisse verdanken wir der Erfindung von Rechnern die Simulationen von Systemen ermöglichen wie es mit der Hand durchzuspielen unmöglich wäre
Ein Beispiel für ein einfaches mechanisches System mit grundlegender Unbestimmtheit ist das Magnetpendel mit 3 Magneten
Das System ist so konfiguriert dass der Pendel, ausgelenkt und losgelassen, nach einer komplexen Bahn auf einer der Magnete stehen bleibt.
Markieren wir die 3 Magnete mit verschiedenen Farben so können den Punkt an dem wir das Pendel losgelassen haben mit der Farbe des Magneten markieren bei dem der Pendel stehen geblieben ist.
Dies an einem PC simuliert ergibt ein fraktales komplexes Muster

Pendel
Zoomen wir in die Details des Fraktals so wird bis ins unedlich kleine , immer weiter ein Fleckenmuster auftauchen, was bedeutet dass es praktisch keinen Zusammenhang gibt zwischen der Stelle wo der Pendel losgelassen wird und dem Magnet wo er ankommt.
Es handelt sich um ein vollkommen unbestimmtes System. Die Zukunft ist nicht in der Gegenwart enthalten, aber auch ist die Vergangenheit nicht in der Gegenwart enthalten, wir können also nicht sagen, da der Pendel am roten Magnet angekommen ist, muss er von dieser oder jener Stelle losgelassen sein.

Zudem zeigt uns das Experiment die Entstehung von Komplexität durch das Zusammenspiel mehrer in Wettstreit stehender Kräfte.
Keine der einzelnen Kräfte darf, (für die Entstehung von Komplexität) dominant sein , sonst entsteht Monotomie, ein Grau in Grau.
Pluralismus tauch hier bei einem einfachen mechanischen System schon als schöpferisches Prinzp auf und wir werden im weiteren , hoffentlich, den Pluralismus als das Prinzip der schöpferischen Evolution erkennen und in unserem unserem Bestreben nach einfachen Wahrheiten das sehen was es wirklich ist, nämlich das Streben nach Sicherheit in der Reduktion der Wirklichkeit auf monotone Prinzipien.

In einer mechanischen Welt ist die Zeit ein Parameter der zu den zu 3 Raumkoordinaten hinzukommt.
Daher nennen wir die Zeit als die vierte Dimension , zu den drei räumlichen Dimension gesellt sich die Zeit als eine weitere raumartige vorgestellte Dimension.
In dieser Vorstellung verfangen erscheint die Zeit etwas in der der Raum sozusagen hinaufgleitet
Die Gleichungen der Mechanik sind auch dann noch gültig wenn man die Zeit negativ einsetzt. (der Bau von Zeitmaschinen erscheint möglich)
Dennoch scheint die Zeit nur in eine Richtung zu fließen. Nämlich ?
Wir sagen meist von der Vergangenheit in die Zukunft.
Das liegt in der Art und Weise wie wir den Ereignisstrom interpretieren. Wenn wir auf etwas Neues stossen, beurteilen wir dies Neue nach dem was wir in der Vergangenheit erlebt haben.
Wir projezieren ständig das Vergangene in die Gegenwart.
Doch leben wir ausschließlich in der Gegenwart, die Vergangenheit scheint vorbei, die Zukunft noch nicht da.
Standig vermischen wir unsere gegenwärtige Existenz mit Erinnerungen an Vergangenes oder der Antizipation einer noch unbestimmten Zukunft.

Hier aber , innewohnend in der Überwindung des mechanischen Denkens, sagen wir die Zeit sei Vierfälltig.
Die Zukunft ist das was auf uns zukommt, die Gegenwart das was uns entgegenwartet und die Vergangenheit das was vergeht. So gesehen rücken wir die abstrakte als objektiv gedachte Zeit in die subjektive Mitte unserer selbst, denn wir sind es die die Zeit als Zeit erleben.
Es ist der Mensch (oder etwas vorgegriffen jedes Geist-Körper System) der Zukunft in Gegenwart und diese in Vergangenheit wandelt.
Also wird hier der Zeitfluss als von der Zukunft in die Gegenwart nach Vergangenheit gedacht.
Vierfälltig nennen wir die Zeit da wir Zukunft , Gegenwart, Vergangenheit und das Reichen von Zukunft in die Gegenwart nach Vergangenheit selbst betrachten. Das Reichen selbst , als das Etwas welches das Fliessen von Zeit erst möglich macht. soll hier in allen Implikationen und Potentialitäten im Folgenden betrachtet werden.
Dieses Reichen selbst wird uns, zu wie es der Philosoph Heidegger nennt, zu dem „Ereignis“ führen, dem Wunder unserer Existenz.

Die Welt ist mein Hervorbringen : Das Erstaunliche des Auges (Beiträge zum Konstruktivismus)

Liefern Wahrnehmung, Erfahrung und Wissenschaft getreue Abbilder der Wirklichkeit, besteht nur eine gewisse Strukturgleichheit, oder haben die Strukturen unseres „Weltbildes“ etwa gar nichts mit der Wirklichkeit gemeinsam ?

Um diese Frage zu klären müssen wir uns über den subjektiven Beitrag des Erkennenden im klaren werden.

Dieser subjektive Beitrag kann
Perspektiv, selektiv und konstruktiv sein.

Hier Beispiele , sogenannte optische Täuschung, die uns die Erkennungsstrukturen beim Sehvorgang vor „Augen““ führen.

Zum Anfang gleich etwas zur Konstruktion der Schriftwahrnehmung: Lese einfach->

Afugrnud enier Sduite an enier Elingshcen Unvirestiät ist es eagl, in wlehcer Rienhnelfoge die Bcuhtsbaen in eniem Wrot sethen, das enizg wcihitge dbaei ist, dsas der estre und lzete Bcuhtsbae am rcihgiten Paltz snid. Der Rset knan ttolaer Bölsdinn sien, und du knasnt es torztedm onhe Porbelme lseen. Das ghet dseahlb, wiel wir nchit Bcuhtsbae für Bcuhtsbae enizlen lseen, snodren Wröetr als Gnaezs.

Reiz gesteuerte Wahrnehmung (Konstruktiver Beitrag der primären Sehbearbeitung des Gehirns)

reizgesteuerteWahrnehmung

Herrmann-Gitter, zeigt uns die primäre Kantendetektion im Sehzentrum auf, die auf die Wirkung des Zentrum-Umfeld-Antagonismus konzentrischer rezeptiver Felder zurückzuführen sind

augenbewegung2

Die Bewegung entsteht durch die Abtastbewegung der Augen

augenbewegung1

Hirnmassage19

,

Hirnmassage11

Gestaltwahrnehmung (konstruktiv)

Hirnmassage17

Hirnmassage16

Hirnmassage9

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Hirnmassage8

Perspektive

Hirnmassage5

Hirnmassage6

Hirnmassage5

David Foster Wallace, Die enorme Last des Erwachsenwerdens

aus Beitrag von Welt.de 2.Jan.2009 (Datei auf Welt.de nicht mehr vorhanden)

Rede, die er im Mai 2005 vor Absolventen des Kenyon College in Gambier, Ohio hielt

Schwimmen zwei junge Fische daher und treffen auf einen älteren Fisch, der in die andere Richtung schwimmt, ihnen zunickt und sagt: „Morgen, Jungs. Wie ist das Wasser?“ Und die beiden jungen Fische schwimmen noch ein bisschen, bis der eine schließlich zum andern rübersieht und sagt: „Was zur Hölle ist Wasser?“

Wenn Sie jetzt fürchten, ich wollte mich hier als der weise, ältere Fisch darstellen, der Ihnen, den jüngeren Fischen, erklärt, was Wasser für Sie bedeutet, bitte keine Sorge. Ich bin nicht der weise alte Fisch. Der Punkt der Fisch-Geschichte ist bloß, dass die offensichtlichsten, allgegenwärtigsten, wichtigsten Realitäten oft die sind, die man am schwersten erkennen und über die man am schwersten reden kann. Als englischer Satz ist das natürlich eine Platitüde, aber Tatsache ist: in den Tag-für-Tag-Schützengräben des Erwachsenenlebens können Platitüden eine Überlebensfrage sein.

Wer das College verlässt, weiß nichts

Ein großer Prozentsatz des Zeugs, dessen ich mir fast automatisch sicher bin, ist, stellt sich heraus, völlig falsch und irreführend. Hier ein Beispiel: Alles, was ich unmittelbar erlebe, stützt meine tiefe Überzeugung, dass ich das absolute Zentrum des Universums bin, die wirklichste, lebendigste und wichtigste Person, die es gibt.

Weil sie so sozial unverträglich ist, sprechen wir nur selten über diese Art natürlicher, grundlegender Selbst-Zentriertheit, aber tief drinnen ist es für uns alle ziemlich dasselbe. Es ist unsere Standardeinstellung und fest in unseren Platinen verdrahtet, wenn wir geboren werden.

Denken Sie darüber nach: Es gibt keine Erfahrung, die Sie gemacht haben, deren absolute Mitte nicht Sie selbst gewesen wären. Die Welt, wie Sie sie erleben, ist direkt vor Ihnen oder hinter Ihnen, links oder rechts von Ihnen, auf Ihrem Fernseher, auf Ihrem Bildschirm. Anderer Leute Gedanken und Gefühle müssen Ihnen irgendwie kommuniziert werden, Ihre eigenen hingegen sind so unmittelbar, dringlich, wirklich – Sie verstehen schon.

Aber befürchten Sie bitte nicht, dass ich Anlauf zu einer Predigt über Mitgefühl, Außengeleitetheit oder die „Tugenden“ nähme. Es geht nicht um Tugend – es geht darum, ob ich mich dafür entscheide, meine natürliche, fest verdrahtete Standardeinstellung mühevoll zu verändern oder mich aus ihr zu befreien.

Tatsache ist, dass Sie, die Sie jetzt das College verlassen, keine Ahnung haben, was „Tag für Tag“ eigentlich bedeutet. Zufällig nämlich kommen große Teile eines amerikanischen Erwachsenenlebens in Reden wie dieser üblicherweise nicht vor. Zu einem dieser Teile gehören Langeweile, Routine und triviale Frustration. Anwesende Eltern und ältere Semester werden nur allzu gut wissen, wovon ich rede.

Nehmen wir beispielsweise an, es ist ein ganz gewöhnlicher Tag und man steht morgens auf, fährt zu seinem anstrengenden Job und arbeitet neun oder zehn Stunden lang hart, und am Ende des Tages ist man müde und gestresst und will bloß noch nach Hause und ordentlich zu Abend essen und vielleicht noch ein paar Stunden ausspannen und dann zeitig in die Falle, weil man am Morgen früh raus und alles noch mal genauso machen muss.

Schlimmer Ausflug in den Supermarkt

Aber dann fällt einem ein, dass zu Hause nichts zu essen ist – die Woche über war, weil der Job anstrengend ist, keine Zeit einzukaufen – und also muss man sich jetzt nach Feierabend noch ins Auto setzen und zum Supermarkt fahren. Im Feierabendverkehr dauert das länger, als es eigentlich sollte, und als man endlich da ist, ist der Supermarkt überfüllt, denn es ist ja Feierabend und all die anderen Leute, die auch Jobs haben, wollen ihren Einkauf auch noch irgendwie dazwischen schieben, und der Laden ist fies und fluoreszierend beleuchtet und wird mit seelenmörderischem Muzak oder Konzernpop berieselt und ist so ziemlich der letzte Ort, an dem man sein will, aber einfach schnell rein und wieder raus, das geht nicht:

Man muss jeden Gang dieses riesigen, überbeleuchteten Ladens ablaufen, um zu finden, was man will, und man muss seinen schrottigen Einkaufswagen an all den anderen müden, gehetzten, Einkaufswagen schiebenden Leuten vorbeimanövrieren, und natürlich sind da auch noch diese glazial langsamen alten Leute und diese raumgreifenden Leute und die ADHS-Kinder, die allesamt den Gang versperren, und man muss die Zähne zusammenbeißen und sich um Höflichkeit bemühen, wenn man sie bittet, einen vorbeizulassen, und schließlich, endlich hat man zusammen, was man fürs Abendessen braucht, nur dass sich jetzt herausstellt, dass, obwohl doch Feierabend ist, nicht genug Kassen geöffnet haben, weshalb die Schlange an der Kasse unfassbar lang ist, was dumm und ärgerlich ist, aber an der panischen Frau hinter der Kasse kann man seinen Ärger ja nicht auslassen.

Jedenfalls, endlich ist man dran und zahlt und wartet, dass eine Maschine die EC-Karte akzeptiert, und kriegt mit einer Stimme „Schönen Abend“ gesagt, die unumschränkt die Stimme des Todes ist, und dann muss man seinen Einkaufswagen mit den gruseligen, hauchdünnen Plastiktüten voller Lebensmittel über den vollen, holprigen, zugemüllten Parkplatz schieben und die Tüten so in seinem Auto verstauen, dass nichts rausfällt und während der Fahrt nach Hause im Kofferraum rumrollt, und dann muss man den ganzen Weg nach Hause fahren, im zähen, dichten geländewagenintensiven Feierabendverkehr.

Der Punkt ist: die Arbeit der Entscheidung beginnt mit derart frustrierendem Kleinkram. Weil Stau und überfüllte Supermärkte und lange Schlangen mir Zeit zum Nachdenken geben, und wenn ich keine bewusste Entscheidung treffe, wie ich denken und worauf ich achten will, werde ich jedes Mal, wenn ich einkaufen muss, angekotzt und unglücklich sein, weil meine natürliche Standardeinstellung besagt, dass es sich hier eigentlich um mich dreht, um meinen Hunger und um meine Erschöpfung und um meinen Wunsch, bloß nach Hause zu kommen, und es sieht so aus, als wären alle anderen mir bloß im Weg, und wer sind all diese Leute, die mir im Weg sind, überhaupt?

Schau an, wie abstoßend die meisten von ihnen sind und wie dumm und kuhmäßig und totäugig und nichtmenschlich sie hier in der Schlange wirken oder wie nervig und unhöflich es ist, dass sie mitten in der Schlange laut telefonieren, und schau, wie zutiefst unfair das alles ist: den ganzen Tag habe ich geschuftet, und ich verhungere und bin müde, und wegen all dieser Leute komme ich nicht mal nach Hause.

Scheußliche Pick-ups mit 120-Liter-Tanks

Bei einer sozial verträglicheren Standardeinstellung kann ich meine Zeit im Feierabendverkehr natürlich auch damit verbringen, von all diesen riesigen, dummen, die Fahrbahn versperrenden Geländewagen und V12-Pick-ups angeekelt zu sein, die ihre verschwenderischen, selbstsüchtigen 120-Liter-Tanks leerfahren, und bei dem Gedanken verweilen, dass die patriotischen oder religiösen Aufkleber immer auf den dicksten, selbstsüchtigsten Autos kleben, die mit den hässlichsten, rücksichtslosesten, aggressivsten Fahrern, die üblicherweise in Handys reden, während sie Leuten den Weg abschneiden, um im Stau ganze fünfzig Meter zu gewinnen, und ich kann darüber nachdenken, wie unsere Kindeskinder uns verabscheuen werden, weil wir alle Brennstoffe verbraucht und wahrscheinlich das Klima ruiniert haben, und wie verdorben und dumm und ekelhaft wir alle sind und wie zum Kotzen alles ist.

Schauen Sie, wenn ich mich entscheide, so zu denken, fein, viele von uns tun das – außer dass diese Art zu denken so einfach und automatisch ist, dass man sich gar nicht erst für sie entscheiden muss. So zu denken ist meine natürliche Standardeinstellung. Es ist der automatische, unbewusste Weg, die langweiligen, frustrierenden, überfüllten Teile des Erwachsenenlebens zu erfahren, wenn ich mit der automatischen, unbewussten Überzeugung operiere, die Mitte der Welt zu sein, und glaube, dass meine unmittelbaren Bedürfnisse und Gefühle in der Welt Priorität haben sollten.

Allerdings kann man offensichtlich auch anders über diese Art von Situation nachdenken. Immerhin ist es nicht unmöglich, dass einige dieser Geländewagenfahrer in grauenhafte Autounfälle verwickelt waren und davon derart traumatisiert sind, dass ihr Therapeut ihnen die Anschaffung eines großen, schweren Geländewagens verordnet hat, damit sie sich sicher genug fühlen, um überhaupt fahren zu können; oder dass der Hummer, der mich gerade geschnitten hat, vielleicht von einem Vater gefahren wird, dessen kleines Kind auf dem Beifahrersitz verletzt oder krank ist, und er ins Krankenhaus zu rasen versucht und in weit größerer, gerechtfertigterer Eile ist als ich – eigentlich bin also ich es, der ihm im Weg ist.

Moralische Ratschläge? Aber nein!

Oder ich kann mich entscheiden, mich selbst dazu zu zwingen, die Wahrscheinlichkeit abzuwägen, dass jeder andere in der Schlange an der Supermarktkasse genauso angeödet und frustriert ist, wie ich es bin, und dass das Leben mancher dieser Leute alles in allem wahrscheinlich viel härter, mühsamer oder schmerzlicher ist als meins.

Noch einmal: Glauben Sie bitte nicht, ich gäbe Ihnen moralische Ratschläge oder meinte, sie „sollen“ so denken, oder irgendjemand erwarte von Ihnen, automatisch so zu denken, denn es ist schwer, es kostet Willen und geistige Anstrengung, und wenn Sie sind wie ich, dann werden Sie an manchen Tagen schlicht nicht dazu in der Lage sein und es an anderen rundheraus nicht wollen.

An den meisten Tagen jedoch, wenn Sie aufmerksam genug sind, sich selbst eine Wahl zu lassen, können Sie sich entscheiden, diese fette, totäugige, überkandidelte Frau, die an der Kasse eben ihr kleines Kind angebrüllt hat, mit anderen Augen zu sehen – vielleicht ist sie sonst nicht so; vielleicht hat sie drei Nächte lang ununterbrochen die Hand ihres Mannes gehalten, der gerade an Knochenkrebs stirbt, oder vielleicht ist genau sie die unterbezahlte Straßenverkehrsamtsangestellte, die Ihrer Gattin erst gestern mit einer kleinen bürokratischen Nettigkeit aus einem alptraumartigen Papierkrieg geholfen hat.

Natürlich, nichts davon ist wahrscheinlich, aber unmöglich ist es auch nicht – es hängt einfach davon ab, was Sie in Betracht ziehen wollen. So Sie sich automatisch sicher sind, was Wirklichkeit ist und wer und was wirklich wichtig – wenn sie also mit ihrer Standardeinstellung operieren wollen –, dann werden Sie, wie ich, Möglichkeiten, die nicht sinnlos und nicht unerfreulich sind, nicht in Betracht ziehen. So Sie aber wirklich gelernt haben, wie man denkt, wie man Aufmerksamkeit zollt, werden Sie wissen, dass Sie andere Optionen haben.

Es wird sogar in Ihrer Macht stehen, eine laute, langsame, wimmelnde Konsumhöllensituation nicht nur als bedeutungsvoll, sondern als geheiligt zu erleben, von derselben Macht entflammt, die die Sterne angezündet hat – Mitgefühl, Liebe, die Unteroberflächeneinigkeit aller Dinge. Nicht, dass solch mystisches Zeug notwendig wahr wäre: Die einzige Wahrheit mit großem W ist, dass Sie entscheiden, wie Sie es sehen. Sie entscheiden bewusst, was Bedeutung hat und was nicht. Sie entscheiden, was die Verehrung lohnt ?

In den Schützengräben des Erwachsenenlebens

Denn hier kommt noch etwas, das wahr ist. In den Tag-für-Tag-Schützengräben des Erwachsenenlebens gibt es so etwas wie Atheismus eigentlich nicht. Man kann nicht nicht glauben. Jeder glaubt an etwas. Die einzige Wahl, die wir haben, ist, an was wir glauben. Und ein bedeutender Grund, sich für den Glauben an einen Gott oder an etwas Spirituelles zu entscheiden – sei es nun J. C. oder Allah, sei es Jahwe oder die Wicca-Muttergottheit oder die Vier edlen Wahrheiten oder eine Reihe unverletzlicher ethischer Prinzipien –, ist, dass so ziemlich alles andere, an das man glaubt, einen bei lebendigem Leib auffrisst. Wer an Geld und Güter glaubt, wird nie genug haben. Nie das Gefühl haben, dass es reicht. Das ist die Wahrheit.

Wer an den eigenen Körper und die Schönheit und an sexuelle Reize glaubt, wird sich immer hässlich fühlen, und wenn Zeit und Alter nach und nach in Erscheinung treten, wird er eine Million Tode sterben, bevor man ihn schließlich begräbt. Auf einer Ebene wissen wir das alles schon – es ist in Mythen, Sprichwörtern, Klischees, Binsen, Epigrammen, Parabeln kodiert: das Skelett jeder großen Geschichte.

Der Trick jedoch ist, die Wahrheit täglich im Bewusstsein zu halten. Glaube an die Macht – du wirst dir schwach und ängstlich vorkommen und immer mehr Macht über andere brauchen, um deine Angst im Zaum zu halten. Glaube an deinen Intellekt, glaube daran, für clever gehalten zu werden – am Ende wirst du dir nur noch dumm vorkommen, wie ein Betrüger, immer kurz davor, entlarvt zu werden.

Schauen Sie, heimtückisch an diesen Glaubensformen ist nicht, dass sie böse oder sündig wären, sondern dass sie unbewusst sind. Es sind Standardeinstellungen. Sie sind die Art Glaube, in die man allmählich hineinschlittert, Tag für Tag, während man immer selektiver wahrnimmt und immer selektivere Wertmaßstäbe ansetzt, ohne dass es einem bewusst wäre. Und die Welt wird einen nicht davon abhalten mit seiner Standardeinstellung zu operieren, denn die Welt der Männer und des Geldes und der Macht summt mit dem Treibstoff der Angst und Geringschätzung und Frustration und Begierde und Verehrung des Selbst ganz fein vor sich hin.

Die Kultur unserer Gegenwart hat diese Kräfte eingespannt und so außerordentlichen Reichtum, Annehmlichkeit und persönliche Freiheit gewonnen. Die Freiheit, die Herren unserer eigenen winzigen, schädelgroßen Königreiche zu sein, allein im Zentrum aller Schöpfung. Und für diese Art Freiheit spricht viel.

Aber natürlich gibt es viele verschiedene Formen von Freiheit, und über die kostbarste werden Sie draußen in der großen Welt des Gewinnens und Erreichens und Herzeigens nicht viel zu hören kriegen. Zu der wirklich wichtigen Form von Freiheit gehören Aufmerksamkeit und Bewusstheit und Disziplin und Bemühen und die Fähigkeit, sich anderen Menschen wahrhaftig zuzuwenden und Opfer für sie zu bringen, wieder und wieder, jeden Tag, auf Myriaden von Arten, die trivial, klein und unsexy sind. Das ist wirkliche Freiheit. Die Alternative ist Bewusstlosigkeit, die Standardeinstellung, die „Tretmühle“ – das ständige nagende Gefühl, etwas Unendliches gehabt und verloren zu haben.

Ich weiß, wahrscheinlich klingt das nicht nach Spaß und Kinderspiel oder nach großartiger Inspiration. Aber es ist, soweit ich sehen kann, die Wahrheit, jede Menge rhetorischer Mist abgezogen. Offenkundig können Sie darüber denken, was Sie wollen. Nur tun Sie es bitte nicht als Dr. Laura-Sermon mit wackelndem Zeigefinger ab.

Nichts von alledem hat mit Moral oder Religion oder Dogma oder den großen schicken Fragen nach dem Leben nach dem Tod zu tun. Die Wahrheit mit dem großen W meint das Leben vor dem Tod. Sie meint, es bis 30 oder vielleicht bis 50 zu schaffen, ohne sich eine Kugel in den Kopf schießen zu wollen. Sie meint einfache Bewusstheit – ein Bewusstsein für das, was so wirklich und wesentlich ist, so unsichtbar allgegenwärtig, dass wir es uns wieder und wieder ins Gedächtnis rufen müssen: „Das ist Wasser, das ist Wasser.“

Aus dem Englischen von Wieland Freund.

DIE WELT IST MEIN HERVORBRINGEN

Von all dem bin ich die Quelle –
Allumfassende schöpferische Kraft, reine und totale Gegenwart
Wie die Dinge erscheinen ist mein Wesen
Wie die Dinge auftauchen ist mein Hervorbringen
Geräusche und Wörter die ich höre sind meine Botschaften,
ausgedrückt in Geräusche und Wörter.
Longchenpa

Wer kennt das Gefühl nicht, bei Talkshows im Fernsehen, bei Gesprächen oder auch bei einem Kommentar eines Experten in einer Zeitung:
kaum ist man einer Meinung mit irgendjemanden.
Noch schlimmer, es verfestigt sich zunehmend die Meinung man selbst sei einer der letzten Vertreter einer kleinen aber wissenden Minderheit, ein einsamer
Robinson Crusoe, im Meer der Unaufgeklärten, Uniformierten, Uninteressierten und nicht einmal ein Freitag ist in Sicht der einem wenigstens zuhören würde.
Man fühlt sich umstellt von trägen Menschen die es immer noch nicht kapiert haben, oder gar von bösartigen Gesellen die nur ihre egoistischen Interessen vertreten und wieder besseren Wissen handeln und argumentieren.
Aber seltsam, niemand fragt nach deiner Meinung ! Auch hat dich noch keine Expertenkommission der Regierung oder der Uno entdeckt.
Nun du bist damit nicht alleine, die Mehrheit der Bevölkerung fühlt sich ähnlich unverstanden.

Robinson Crusoe

Neulich wurde mir ernsthaft anvertraut, dass das Trinkwasser von der chemischen Industrie mit irgendwelchen Drogen durchsetzt sei.
Das sei die einzige Erklärung warum die meisten anderen Menschen sich so verhalten wie sie sich verhalten.

Immerhin bist du toleranter als manche anderen Menschen die sogar sich und andere in die Luft sprengen um die (ihre) Wahrheit zur Geltung zu bringen.

Wie kommt das dass ausgerechnet du oder ich die Wahrheit besitzen aber die anderen so irren ?

Du und jedes andere denkende und fühlende Lebewesen erlebt die Welt aus seiner eigenen Mitte, seiner eigenen Perspektive heraus.
Jeder Einzelne hat seine eigene Wahrnehmung, seinen Gesichtspunkt, aus dem her er die Welt beurteilt, hat seine eigenen Erfahrungen, Wünsche und Ängste.
So interpretiert er die Geschehnisse aus seiner einmaligen Sicht.

Wir glauben aber sehr an die „Objektivität“ dieser Weltsicht, wir meinen die Welt ist genauso wie wir sie wahrnehmen.
Wir vergessen gerne, oder haben es noch nie realisiert, dass wir in einer unendlich großen Welt leben. In einer unendlich großen Welt muß es unendlich viele Tatsachen geben von denen wir nicht einmal wissen das wir nichts davon wissen und daher der Bereich unseres Nichtwissens ebenso unendlich ist.

Dies wissen auch die Nachrichtendienste und die US-Army : Der vormalige US – Verteidungsminister Donald Rumsfeld hat in einem Interview eine für die Kriegsführung wichtige Unterscheidung ausgeplaudert:

„There are known knows;
There are things we know that we know.
There are known unknowns: that is to say
there are things that we now know we don’t know
But there are also unknown unknowns:
There are things we do not know we don’t know

Zu deutsch:
es gibt bekanntes Wissen.
Es gibt Dinge von denen wir wissen, dass wir sie wissen.
Es gibt bekanntes Unwissen: das heißt Dinge, von denen wir heute wissen, dass wir sie nicht wissen.
Aber es gibt auch unbekanntes Unwissen: Dinge, von denen wir nicht wissen, dass wir sie nicht wissen.
In der US Army wird dieses unbekanntes Unwissen mit dem einprägsamen Kürzel unk-unk von unknown unknown bezeichnet.

E1

Unser Universum ist unendlich groß, also gibt es unendlich viele Tatsachen von denen wir nicht einmal wissen dass wir davon nichts wissen.

Schon Plato sage:
Je weniger einer weiß desto mehr glaubt er an das was er weiß.
Also je weniger einer weiß, desto schlauer kommt er sich vor, weil er einfach nicht weiß was er nicht weiß.
Zum Beispiel wissen die meisten von uns dass sie kein Schwedisch oder Polnisch können.
Dagegen wissen wohl die wenigsten dass sie kein Jukagirisch können.
(Eine seltene Sprache ist Jukagir, das von 170 Menschen gesprochen wird. Die Jukagir leben im Nordosten Russlands in der oberhalb des Polarkreises )
Mit dem unbekannten Wissen können wir umgehen, zum Beispiel können wir Schwedisch lernen, oder einen Sprachführer kaufen.
Mit dem unbekannten Unwissen ist es jedoch so, dass wir Mangels jeder Nachricht von diesem Unwissen uns nicht vorbereiten können und in dem Moment wo wir auf ein unbekanntes Unwissen stoßen, es also zu bekannten Unwissen überführen, vollkommen überrascht sind und eventuell uns über unsere Ignoranz schämen.
Wer noch nie eine Uni-Bibliothek besuchte hat es leichter sich ziemlich allwissend zu fühlen als jener der schon dort konfrontiert wurde mit dem Kosmos des menschlichen Wissens.

Ich war mal bei einem Freund der eine hübsche aber recht einfältige Freundin hatte.
Wir schauten zusammen Fernseher, es sprach ein Professor über ein Thema aus seinem Fachgebiets.
Es war für mich genial was er sagte, dass ich eine Gänsehaut bekam.
Just in dem Moment rief die Freundin meines Freundes „ Ha, redet der einen Scheiß“.
Sie könnte dem Gesagten keine Vorstellung entgegenbringen, für sie war es leeres Geschwätz. Das es ein Professor war der über sein Fachgebiet redete schien sie nicht in ihrem Urteil zu irritieren.
So sind wir, wenn wir etwas nicht verstehen dann ist es einfach falsch oder dumm. Wir stehen immer gut da, wir die Superschlauen. Wir wissen schon immer bereits.
Und je weniger wir von einer Sache verstehen desto mehr glauben wir darüber vollständig Bescheid zu wissen, weil wir nicht wissen was wir nicht wissen.

-Das Erkennen erkennen

Welt-Spiel, das herrische,
Mischt Sein und Schein:-
Das Ewig-Närrische
Mischt uns – hinein !..
Friedrich Nietzsche,
aus Lieder des Prinzen Vogelfrei

In unserem Alltag, unter unseren kulturellen Bedingungen, machen wir uns im Grunde keine Gedanken darüber wie so
etwas wie Erkenntnis zustande kommt, also woher wir wissen was wir wissen und wie sicher dieses Wissen ist.Das hat wohl verschiedene Gründe.

Zum einem geraten wir, wenn wir versuchen das Erkennen zu Erkennen, in eine schwindelerregende kreisläufige Situation,
es ist als wollten wir ein Instrument unter Zuhilfenahme des gleichen Instruments analysieren.

mikroskope2

Und zum anderen sind wir so fest überzeugt, dass die Welt genau so ist wie wir glauben dass sie ist, so dass wir uns keine Gedanken machen wollen was hinter dem „Erkennen“ verborgen ist.

Wie kommen wir nun zu unserem Wissen über die Welt ?

Einige einfache Experimente können uns ein erstes Gefühl vermitteln wie das Erkennen über die Welt zustande kommt.

Das Loch in der Hand

E3

Halte ein Rohr (z.B. von Küchenrolle) nahe an ein Auge. Blicke mit beiden Augen auf eine Gegenstand der ca. 5 m weg ist, mit einem Auge durch das Rohr
Dann halte die andere Hand neben das Rohr so dass der Blick eigentlich von einem Auge durch die Hand bedeckt werden sollte. Aber seltsam es ist ein Loch in der Hand !
Lege eine Münze in die Handmitte, sie wird zu schweben beginnen

Der blinde Fleck:E4

Abbildung  fixieren, linkes Auge zuhalten und das Blatt in einem Abstand von ca. 40cm vor den Augen hin- und herbewegen.
Es wird der kleine schwarze Punkt verschwinden.

Der blinde Fleck erklärt sich aus dem Ansatz des Sehnervs im Auge.
Dennoch laufen wir ohne blinden Fleck herum.

Jede Retina hat dort, wo die Nerven und Blutgefäße das Auge verlassen, eine überraschend große blinde Region, den blinden Fleck. Er ist so groß, dass der Kopf einer Person, die am anderen Ende des Raumes sitzt, dahinter verschwinden kann.
Die Frage ist warum man normalerweise Fleck nicht bemerken ?
Erstens benutzen wir gewöhnlich zwei Augen; wenn daher ein Bild auf den blinden Fleck des einen Auges fällt, fällt es bei dem anderen auf dessen Rezeptoren. Aber wir bemerken den blinden Fleck auch dann nicht wenn wir mit einem Auge schauen.
Der wichtigste Grund ist jedoch der, dass ein Mechanismus die Stelle, wo das Bild verschwindet, „ausfüllt“.

Wie kommen solche „Illusionen“ zustande ?
Instinktiv glauben wir es würde das Bild der Außenwelt in uns einfach so eindringen wie in einen Fotoapparat.

Aber die Lichtstrahlen werden von Rezeptoren im Auge aufgenommen und bewirken eine Erregung dieser Rezeptoren , diese Lichtzäpfchen schicken
ihre Signale an das Gehirn.
Einfach ausgedrückt fängt ein Lichtzäpfchen, wenn Licht auf es fällt, zu hüpfen an, mal schneller mal langsamer, in der Nachrichtentechnik heißt das Frequenzmodulation.
Die Augen schicken kein Bild ins Gehirn sondern Nachrichten über ein Bild
Aus solchen Signalen wird dann im Gehirn das Bild von der Außenwelt konstruiert.
Ganz wesentlich bei diesem Wahrnehmungsprozess sind Lernerfahrung und Erwartung.

Wichtig ist, nicht der Versuchung von der Vorstellung zu erliegen, die Augen riefen Bilder im Gehirn hervor, welche Wahrnehmung von Objekten sind. Die Vorstellung von Bildern im Gehirn würde ein „inneres Auge“ voraussetzen, das sieht. Das innere Auge würde ein weiteres Auge benötigen, um sein Bild sichtbar zu machen, und so fort in einer endlosen Reihe von Augen und Bildern.

Der Prozess des Erkennens bedingt grundsätzlich ein Subjekt das erkennt und einem Objekt das erkannt wird.
Die Strukturen der Erkenntnis ist sowohl von der Struktur des Erkenntnisapparates als auch von den Strukturen des zu erkennenden Objekts abhängig.

subOb

Die Vielfälltigkeit der Empfindung, z.B. ich habe eine Rotempfindung, stellt noch keine Erkenntnis dar, sie ist unstrukturiert und nicht zwischenmenschlich prüfbar.
Erkennen ist also niemals eine passive Spiegelung der Welt im Bewusstsein, sondern kommt erst durch die geistige Bearbeitung von Erlebnisinhalten zustande.
Aber schon Wahrnehmungen z.B. ich sehe eine rote Kugel, beruhen auf Verarbeitung und Zusammenfassung solcher Inhalte.
Was wir schlussendlich wahr-nehmen ist nicht das Objekt an sich sondern das Objekt wie wir es erkennen.

Absolute (voraussetzungslose) Erkenntnis gibt es nicht. Alle Erkenntnis ist hypothetisch.

Wie kommt nun Erkenntnis über Wirklichkeit zustande ?

Unsere Sinne werden ständig mit den Signalen aus der Außenwelt überflutet. Nur wenige Signale werden von unseren Sinnen verarbeitet.
Die dabei übertragene Informationen werden mehrfach neu codiert, Ein zeitlich und räumlich begrenztes Signal wie ein Lichtblitz wird im Akt des Erkennens in Potentialdifferenzen, Ionenverschiebung, chemische Reaktionen usw. übersetzt ,was dann im Bewusstsein ankommt ist dann kein Lichtblitz mehr, sondern ein Signal das bestenfalls als Lichtblitz erkannt wird.
Jedenfalls gelangen nicht alle Signale der Außenwelt in unser Bewusstsein. Die meisten werden ausgefiltert, manche verändert, einige sogar hinzuerfunden.
Anhand dieser Daten nimmt unser Erkenntnisapparat eine Konstruktion oder besser eine hypothetische Rekonstruktion der realen Welt vor.

Liefern Wahrnehmung, Erfahrung und Wissenschaft getreue Abbilder der Wirklichkeit, besteht nur eine gewisse Strukturgleichheit, oder haben die Strukturen unseres „Weltbildes“ etwa gar nichts mit der Wirklichkeit gemeinsam ?
Um diese Frage zu klären müssen wir uns über den subjektiven Beitrag des Erkennenden im klaren werden.

Dieser subjektive Beitrag kann

Perspektiv, selektiv und konstruktiv

sein.

Wir sprechen von Perspektive wenn Standort, Bewegungs- oder Bewusstseinszustand des Erkennenden in die Erkenntnis eingehen,
Zur Perspektive trägt der Standpunkt des erkennenden Subjekts bei, dies kann der körperliche Standort sein dieser trägt zu den Erscheinungen wie Lage des Horizontes, Ausschnitt des Sternenhimmels, Fußpunkt des Regenbogens, Effekte der Relativgeschwindigkeit auf Gleichzeitigkeit und räumliche und zeitliche Abstände (Relativitätstheorie), aber auch physiologische Randbedingungen denen wir unterliegen, beeinflussen unsere Wahrnehmung.
Farbenblinden erscheint unsere Welt nur in Graustufen, die optischen Eigenschaften unserer Augenlinsen bestimmen wie nah und fern uns die Gegenstände erscheinen (Handykamera!).
Aber auch unser momentane psychische Zustand wie Aufmerksamkeit , Müdigkeit, Einfluss von Drogen usw. beeinflussen die Form und Inhalt unserer Wahrnehmungsperspektive, ebenso frühe Kindheitserfahrungen, Erwartungen, Glaube, emotionale (verliebt, traurig) und kulturelle Faktoren.
So wird die Art und Weise, in der wir Größe und Aussehen anderer Leute wahrnehmen, stark durch unsere persönliche Beziehung zu ihnen beeinflusst.

von selektiv, wenn nur eine Auswahl aus vielerlei Möglichkeiten extrahiert wird (z.B. das sichtbare Licht bildet nur einen kleinen Ausschnitt aus dem elektromagnetischen Spektrum),
Jeder Organismus selektiert seine „Umwelt“ aus den mannigfälltigen Erscheinung dieser Welt.
Für das Pantoffeltierchen z.B. gibt es nur eine einzige Reaktion, mit der es auf alle möglichen Reize wie chemische, thermische, Licht- oder Berührungsreize antwortet , nämlich die Flucht. Räume, Gegenstände, Tiere existieren gar nicht für dieses Wesen. Für die Seegurke macht es keinen Unterschied, ob eine Wolke, ein Schiff oder ein wirklicher Fressfeind die Sonne verdunkelt. Sie zieht sich bei jeder Verdunkelung zusammen. So mag die Umgebung der Seegurke recht vielfältig sein, ihre Umwelt enthält nur ein Merkmal, das Dunklerwerden.
Das Froschauge meldet nur Veränderungen der Beleuchtung und bewegte und gleichzeitig gekrümmte Objektgrenzen. Alles andere wird übersehen und erreicht niemals das Gehirn. Die Sehwelt des Frosches ist also auf einige bewegte Objekte beschränkt.
Die Umwelt des Hundes ist vor allem eine Riechwelt, die der Fledermaus eine Hörwelt, die des Menschen eine Sehwelt usw..

von konstruktiv wenn das Subjekt die Erkenntnis positiv mitbestimmt oder überhaupt erst ermöglicht (z.B. das Licht elektromagnetischen Wellen die sich nur durch die Schwingungszahl unterscheidet unser Erkenntnisapparat macht daraus Farben verschiedener Eigenschaften).

Diese Möglichkeiten schließen einander natürlich nicht aus sondern sie können alle zugleich vorliegen.

Die Strukturen der Erkenntnis sind danach nicht nur unabhängig von aller Erfahrung (a priori), sondern sie machen Erfahrung überhaupt erst möglich, sie sind Bedingungen der Möglichkeit von Erfahrung, also erfahrungsbestimmend (erfahrungskonstitutiv).
Erfahrungsunabhängige Aussagen sind weder selbsterklärend noch angeboren, son­dern tautologisch, also leer.

Im folgenden wollen wir die selektiv-konstruktive Komponente unserer Wahrnehmung anhanden von Farb-, Raum und Gestaltwahrnehmung erfahrbar machen.
Danach wird es leichter sein unsere selektiv-konstruktiv-perspektivischen Anteil im Denken, Urteilen und Ordnen der Geschehnisse zu akzeptieren.

Farbwahrnehmung
Licht unterscheidet sich nur in Wellenlängen, unser visuelles System kann aus diesen Wellenlängen etwas Wunderbares machen. Es verwandelt die Wellenlängen in Farbe.
Farbwahrnehmung ist ein Musterbeispiel für den selektiv-konstruktiven Anteil unserer Wahrnehmung (Wahr-Nehmung). Vor allem zeigt die Anordnung der Farben im physikalischen Spektrum und im psychologischen Farbenkreis, dass die Wahrnehmungsstrukturen erheblich von den realen Strukturen abweichen.
Physikalisch ist das sichtbare Licht nur ein kleiner Ausschnitt aus dem weiten elektromagnetischen Spektrum.

Farbwahrnehm1

Es reicht von Gammastrahlen mit einer Wellenlänge von 0,000 000 1 mm bis zu den Radiowellen bis 3 5 km.
Das sichtbare Licht aber nur von 0,000 38 mm bis 0,000 76 mm (380-760nm). Unsere Farbwahrnehmung ist also sehr „wählerisch“, sie filtert aus den Signalen der Außenwelt ganz bestimmte Informationen heraus, wir haben sozusagen nur ein schmales Fenster zur Welt.
(Die Sonne strahlt in diesem Wellenlängenbereich am hellsten)
Das physikalische Lichtspektrum ist also zweiseitig offen,
im psychologischen Farbenkreis hingegen lassen sich die Spektralfarben zusammen mit dem Purpur nach ihrem Empfindungswert zu einer geschlossenen Figur anordnen. In diesem Farbenkreis liegen Farbtöne, die sich gut unterscheiden lassen, weiter voneinander entfernt als empfindungsmäßig benachbarte Farben. Farben , die wie Rot und Grün als sich gegenseitig ausschließend empfunden werden, liegen einander diametral gegenüber. Da sie , zu gleichen Teilen gemischt, ein farbneutrales Grau ergeben, heißen sie auch „kompensativ“ oder weniger genau komplementär.

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Dass uns als neutral erscheinende Weiß ergibt sich aus der Mischung der Spektralfarben, Purpur und Braun existieren gar nicht im elektromagnetischen Spektrum

jesus_negativBild

Komplementäre Nachbilder, nach ca. 1 Minute auf linkes Bild starren, dann auf die rechte Fläche, nach einigen Sekunden entsteht ein schwaches Komplementärbild. (Komplementäres Jesus Nachbild)

Unsere Wahrnehmung von Farben die von Gegenständen reflektiert werden hängen auch davon ab wie wir diese Gegenstände akzeptieren.
Ob ein Auto schreiend rot ist oder verwaschen, hängt davon ab, wie wir es gewohnt sind wie Autos aussehen. Ferraris schreien in Zinnoberrot. Der alte Opel vom Studenten nebenan stattdessen sieht unentschlossen rot aus. Unser Gehirn lässt die Farben so erscheinen wie wir es gewohnt sind.
Bringe ich eine Orange aus den Zimmer das mit Neonlicht mit viel Blauanteil am Abend nach draußen , so behält die Orange die gleiche Farbe, obwohl das Abendlicht einen hohen Rotanteil hat.
Wer früh aufsteht und eine einfache Kamera dabei hat kann sich selbst davon überzeugen wie unser Gehirn eine Farbkonstanz erzeugt.
Wo wir schon die Dinge farbig und hell sehen „sieht“ die Kamera alles in blaues Licht getaucht, was der physikalischen Realität entspricht.

Farbwahrnehm3_1

Farbkonstanz bei verschieden Lichtverhältnissen. Die rechten blauen Bilder wurden mit einer Handykamera bei Morgendämmerung aufgenommen, die linken helleren Bilder sollen den subjektiven Seheindruck darstellen.

Farben werden von Gehirn hervorgebracht,
wir sehen nicht die Farben dieser Welt sondern erleben unseren inneren Farbraum.

An der Farbwahrnehmung lässt sich also nicht nur die selektive, sondern auch die konstruktive Leistung der subjektiven Wahrnehmungsstrukturen ablesen:
Erstens werden die physikalischen Reize nämlich Wellenlängen mit ganz neuen Qualitäten belegt , Farben.
Zweitens ist der Farbenkreis in sich geschlossen; das Spektrum der Regenbogenfarben ist dagegen linear und zweiseitig offen. Drittens lassen sich Spektralfarben durch einzelne Wellenlängen erzeugen, nicht aber Weiß ,Purpur und Braun, die durch Farbmischungen entstehen. Aber auch Regenbogenfarben können durch Farbmischungen erhalten werden. Viertens entsteht bei der „Mischung“ zweier Wellenlängen eine dritte Farbe. Die beiden Wellenlängen dagegen bleiben unabhängig und können durch ein Prisma wieder getrennt werden.
Das physikalische Abbild im Auge:
Das Bild der Außenwelt trifft durch die Augenlinse auf die Retina, durch die Linse wird das Bild auf den Kopf gestellt, durch die Wölbung der Retina wird das Bild verzerrt.
Es handelt sich also um eine schöpferische, konstruktive Leistung eine unverzerrtes, aufrechtstehendes Bild wahrzunehmen.

Auge_Aufbau

linsenverzerrug

links das Orginalbild, rechts Bild wie es auf der Retina dargestellt ist, verzerrt und auf dem Kopf stehend

Raumwahrnehmung

Wir glauben in einer dreidimensionalen Welt zu leben. Zur Orientierung dient uns vor allem Gesicht, Gehör und Tastsinn. Jeder dieser Sinne kann zum Aufbau eines zentralen Raummodels dienen. Die Psychologie unterscheidet deshalb Sehraum, Hörraum, Tastraum und Fühlraum (Körperschema).Alle diese Räume sind wieder dreidimensional und scheinen zu einem einheitlichen Vorstellungsraum zu verschmelzen. Im folgenden beschäftigen wir uns mit dem Aufbau des Sehraums.
Das Bild eines dreidimensionalen Gegenstandes auf der Netzhaut ist nur zweidimensional.
Daraus lässt sich direkt nur die Richtung, nicht jedoch die Entfernung von Objekten, erschließen. Trotzdem sehen wir die Dinge dreidimensional, „plastisch“. Unser Wahrnehmungssystem muss diese dreidimensionale Welt aus einer im wesentlichen zweidimensionalen Information aufbauen. Diese Rekonstruktion dreidimensionaler Gegenstände in der Wahrnehmung ist eine Leistung der zentralnervösen Datenverarbeitung, ein schöpferischer Beitrag des Subjekts zur Raumwahrnehmung. Sie bedient sich dabei gewisser Tiefenkriterien, nach denen Entfernung und räumliche Anordnung der Gegenstände erschlossen werden.
Diese Kriterien können als monokulare oder binokulare bezeichnet werden, je nach dem ob ein Auge (monokulare) oder beide Augen (binokulare) gemeinsam beteiligt sind.
Schon mit einem Auge kann man räumliche Tiefe bemerkenswert gut bestimmen. Dem Maler stehen nur diese Tiefenkriterien zur Verfügung.

3Dschlüssel_txt

Monokulare Tiefenkriterien (monokulare Schlüssel).Die relative Größe
Größer und Kleinerwerden bei Annäherung und Entfernung
Verdeckung, Linearperspektive und Schatten.

maler_monookulareKritereien

Viele der monokularen Schlüssel stehen dem Maler zur Verfügung.

Aber auch die Bewegungsparallaxe gehört zu den monokularen Tiefenkriterien (ein Auto das weiter weg ist bewegt sich langsamer als ein nahes)
Verschieden starke Kontraktion des Ziliarmuskels beim „Scharfeinstellen“ auf nahe und weite Ziele.
Die Fähigkeit des Gehirns, zweidimensionale Netzhautbilder dreidimensional zu interpretieren führt dazu dass wir im Falle des Neckerwürfels nicht zwei in der Papierebene gegeneinander verschobene Quadrate , sondern das alternierende Bild eines Würfels sehen. Als Tiefenkriterien dienen hier die verkürzten schrägen Linien, das Umklappen verdanken wir dem fehlen von Verdeckung.

Neckerwürfel2neckerwürfel

Zu einer Fehlleistung führt diese Fähigkeit bei dem abgebildeten das zu den unmöglichen Figuren gehört.

unmöglicheDreieck

Normalerweise werden solche Abbildungen als Illusionen bezeichnet, man amüsiert sich und legt es bald als etwas komiches wieder weg.
Aber richtig betrachtet ist es so: Die Illusion bricht zusammen, die Illusion, daß da draußen eine Welt existiert die genau so ist wie wir sie wahrnehmen.

Mann_gr_kl

Welcher der beiden gleichen Männer ist größer ? (Schlüssel: relative Größe)

welcheLinieIstLänger

Welche Linie ist länger ? (Schlüssel: Perspektive)

schattierungsTäuschung

Liegen die Kugeln oben an der selben Stelle wie unten ?
(Schlüssel:Schattierung)

Stereosehen (Binokulare Tiefenkriterien)
Im Abstand bis 6m erscheinen geringe Verschiedenheit der Netzhautbilder, da jedes aus einer etwas anderen Raumrichtung aufgenommen ist und vermittelt uns einen lebhaft räumlichen Eindruck.

historischesRotGruenBild

historisches Stereobild, mit Rotgrünbrille betrachtet entsteht ein räumlicher Eindruck

tmw

Rot-Grün-Stereobild, die linke Kugel sehen wir mithilfe der monokularen Kriterien dreidimensional, das rechte Bild erzeugt mithilfe der Rot-Grün Brille einen lebhaften plastischen Eindruck, da unsere beiden Augen je aus einem anderen Winkel betrachtet wird.

Unser Seheindruck bei diesen Stereobilder weisen in beindruckender Weise auf die konstruktivistische Eigenschaften unseres Wahrnehmungsapparates hin. Wo rein physikalisch betrachtet ein zweidimensionales Bild vorhanden ist, können wir uns dem lebhaften räumlichen Eindruck nicht erwehren.

Gestaltwahrnehmung
Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile , es kommen noch die Beziehungen hinzu. (Fridioff Capra)

Vielleicht das erstaunlichste Merkmal menschlicher Wahrnehmung ist ihre Neigung, Ganzheiten und Muster zu bilden, indem sie unvollständige Konturen er­gänzt, verschiedenartige Schlüsselreize integriert und ganz allgemein die Beiträge
verschiedener Stimuli so bewertet, als ob sie eine „gute Gestalt“ erreichen wollte.

GestalDreieck

Obwohl nur aufgeschnittene Kreise vorhanden sind nehmen wir doch ein Dreieck wahr

Gestalten im anschaulichen Bereich sind von der Umgebung abgehobene, Wahrnehmungsinhalte. Dabei handelt es sich nicht nur um räumliche Muster, sondern auch um zeitliche (z. B. musikalisches Motiv), raumzeitliche (z. B. Bewegung) oder abstrakte (z. B. informationelle) Strukturen, die als Einheit wahrgenommen werden, obwohl sie sich bei ge­nauer Analyse als zusammengesetzt erweisen. Die Fähigkeit, im räumlichen und zeitlichen Vielerlei der Eindrücke übergeordnete undeinheitliche Strukturen zu erkennen, nennt man Gestaltwahrnehmung. evo1 evoHell EvoRad

lässt man im Dunkeln ein Rad rollen (nicht nur drehen), auf dessen Um­fang leuchtende Punkte befestigt sind, so beschreibt jeder dieser Punkte (objektiv) eine Zykloide. Bei ein bis vier Punkten sieht man diese Zykloide tatsächlich, bei sechs Punkten ist das nicht mehr möglich, man sieht dann einen rollenden Kreis. Die leuchtenden Punkte sind also zu einer Gestalt verschmolzen. Wenn die Achse beleuchtet ist, scheint sich sogar ein einziger Punkt auf einem Kreis zu bewegen.

Die konstruktive (schöpferische) Leistung der Gestaltwahrnehmung zeigt sich vor allem bei Gestalten, die „in Wirklichkeit“ gar nicht da sind. Selbst dort, wo vor­dergründig keine Ordnung zu erkennen ist, in Felsenmeeren oder Tinten­klecksen, erfindet unsere Einbildungskraft Strukturen: Wir entdecken einen Mann im Mond und Gesichter im Feuer. Sehr lange glaubte man, auf dem Mars riesige Kanäle zu erkennen (Schiaparelli), woraus man auf die Exi­stenz intelligenter Marswesen schloss. Erst bei den modernsten Beobach­tungsinstrumenten lösen sich die Kanäle in unregelmäßige Strukturen auf.

SklavenmarktDali

Der Sklavenmarkt, Kippfigur von Salvadore Dali

Bekannt ist auch die Bewegungsillusion, die Film, Fernsehen oder Leuchtreklame erzeugen. Diese konstruktive Leistung der Wahrnehmung können wir auch wider besseres Wissen nicht ausschalten.
Die Gestaltwahrnehmung kann durch Information über die wahrzuneh­mende Gestalt und durch Training beeinflusst werden. Wir finden einen auf dem Boden verlorenen Gegenstand schneller, wenn wir wissen, wie er aus­sieht, also seine Form und Farbe mit einem höheren „Erwartungswert“ be­legen. „Cocktailparty-Effekt“ nennt man die Tatsache, dass wir aus einer Geräuschkulisse eine bestimmte Stimme oder aus einem Konzert ein spe­zielles Instrument „heraushören“ können. Auch die Musikwahrnehmung besteht ja nicht im Hören einer bloßen Tonfolge, sondern wir verbinden mehrere oder alle Töne des Stückes zu Akkorden, Rhythmen, Melodien, Motiven und Themen, die wir als ganze wiedererkennen.
Strukturen aus den Ereignisstrom herauszulesen oder selbstständig zu bilden,
kommt uns nicht nur in der Alltagserfahrung, sondern auch in der Wissen­schaft zugute.

GesichterOderPokal

Kippfigur Gesichter oder Pokal

Bedeutung des Kontextes bei Wahrnehmungsprozessen

Wir unterscheiden reizgesteuerte Wahrnehmungen, die auf angeborenen Wahrnehmungsstrukturen basieren wie die flimmernden Punkte bei nachstehender Grafik,

reizgesteuerteWahrnehmung

hier kommt es zu Konflikten bei der Kantendetektion im Wahrnehmungprozess

augenbewegung2

Mit dem Abtasten der Grafik durch Augenbewegung entsteht eine wahrgenommene Bewegung

von Wahrnehmungsprozessen die durch das Wissen oder Erwartung einer Person bestimmt sind.erwartungswahrnehmung

„Hysterese“ bei der Wahrnehmung

Unsere Erwartungen und Erfahrungen können unsere Wahrnehmung beeinflussen.
Wenn ich in der Natur bin mit einem weiten Blick und mir aus der Ferne etwas entgegenkommt, sieht aus wie ein Traktor (da meist ein Traktor im Feld fährt) ,kann ich schon den Traktor in seiner Form sehen, beim näher kommen weicht das Bild das ich sehe jedoch zu stark vom Traktor ab, das Bild bricht zusammen. Jetzt sehe ich zwei Menschen mit einem Wagen. Noch näher das Bild ändert sich schlagartig, klar zwei Reiter.

Es ist ja nicht so daß dies nur Vermutungen wären, nein mein Auge sieht den Traktor mit seinen zwei großen Rädern und der roten Motorhaube. Wir senden den Bilder auf unserer Netzhaut gewissermaßen Modelle entgegen, unsere Idee von den Objekten da draußen.

Als der Entdecker Magellan um die Spitze Südamerikas segelte, ging er an einem Ort namens Tierra del Fuego vor Anker, dem südlichsten Punkt der westlichen Welt. Als er an Land ging, kamen ihm einige Einheimische entgegen, die die fremden Besucher sehen wollten. Was dann geschah, ist kaum zu glauben, aber der Schiffshistoriker hat es festgehalten: Als Magellan an Land ging, fragten ihn die Einheimischen, wie er denn dorthin gekommen sei. Er zeigte auf die Segelschiffe, die vor der Küste vor Anker lagen. Unvorstellbarerweise konnte keiner der Eingeborenen die Schiffe sehen, die für Magellan und seine Besatzung deutlich sichtbar waren. Die Eingeborenen hatten noch nie so etwas wie Schiffe gesehen. Sie erwarteten sie nicht und daher konnten sie sie nicht wahrnehmen. Den Unterlagen des Historikers zufolge war der erste, der die Schiffe dann sehen konnte, der (ausgerechnet!) Dorfschamane oder Hexendoktor. Er riet den anderen, aus dem Augenwinkel zu schauen, dann würden sie etwas sehen können und letztendlich konnten alle die Schiffe erkennen.

Friedrich Nietzsche schreibt in Jenseits von Gut und Böse:
(Anmerkungen des Autors in Klammer)

Unsere Sinne lernen erst spät, und lernen es nie ganz, feine treue vorsichtige Organe der Erkenntnis zu sein.Unserem Auge fällt es bequemer, auf einen gegebenen Anlass hin ein schon öfter erzeugtes Bild wieder zu erzeugen, als das Abweichende und Neue eines Eindrucks bei sich festzuhalten: letzteres braucht mehr Kraft, mehr „Moralität“. Etwas neues zu hören ist dem Ohre peinlich und schwierig; fremde Musik hören wir schlecht.
Unwillkürlich versuchen wir, beim hören einer anderen Sprache, die gehörten Laute in Worte einzuformen, welche uns vertrauter und heimischer klingen: so machte sich zum Beispiel der Deutsche ehemals aus dem gehörten arcubalista (lt. Bogenschleuder) das Wort Armbrust zurecht.
( aus dem niederländischen Wort aapen schann , was nichts anderes bedeutete als offene (öffentliche) Schande machten wir „Affenschande“, eine aus Frankreich stammende Sauerkirsche , nach ihrem Herkunftort „Cha’teau de Moreille“ benannt machten wir zur „Schattenmorelle“)
Das Neue finden unsere Sinne feindlich und widerwillig….
Wir sehen einen Baum keineswegs genau und vollständig, in Hinsicht auf Blätter, Zweige , Farbe, Gestalt; es fällt uns sehr viel leichter, ein Ungefähr von Baum hinzuphantasieren. Selbst inmitten der seltsamsten Erlebnisse machen wir es noch ebenso: wir erdichten uns den größten Teil des Erlebnisses und sind kaum dazu zu zwingen, nicht als „Erfinder“ irgendeinem Vorgange zuzuschauen. Dies alles will sagen: wir sind von Grund aus – ans Lügen gewöhnt. Oder, um
es tugendhafter und heuchlerischer , kurz angenehmer auszudrücken: man ist viel mehr Künstler, als man weiß.

Jede Wahrnehmung bringt eine Welt hervor und ist ein Tun eines Einzelnen an einem bestimmten Ort

Jede Erkenntnis beruht auf Voraussetzungen, Voraussetzungslose , absolute Erkenntnis gibt es nicht.
Jede Wahrnehmung, jede Wahrheit ist geprägt von
Unserem Standpunkt , Bezugspunkt, Standort, Meinung, Erfahrung

Jede Wahrnehmung entnimmt einen Ausschnitt aus der vielschichtigen Realität

Jede Wahrnehmung ist schöpferisch.

Norbert Zöllner Juni 2015

Literatur:

Lonchenpa:
You Are the Eyes of the World
Translated by Kennard Lipman and Merrill Peterson
SNOW LION Press
ISBN1-55939-140-5
Longchenpa (1308-1363) der bedeutendste Philosoph der tibetanischen Niyngma- Traditition, der vielleicht reinsten Form des Buddhismus
Hilgards Einführung in die Psychologie
2001 Spektrum Akademischer Verlag
ISBN 3-8274-0489-4

Huberto R. Maturana, Francisco J. Varela
Der Baum der Erkenntnis, Die biologischen Wurzeln menschlichen Erkennens
Goldmann Verlag
ISBN 3-442-11460-8
Maturana: Promovierter Biologe und Mediziner
Varela: Promovierter Biologe und Gehirnforscher, Lehrauftrag in Frankfurt und Paris

Gerhard Vollmer
Evolutionäre Erkenntnistheorie
S. Hirzel Verlag 1983
ISBN 3-7776-0399-6
Prof. Dr. rer. nat Dr. phil. Gerhard Vollmer, Zentrum für Philosophie und Grundlagen der Wissenschaft Gießen

Gregory Bateson
Geist und Natur
Eine notwendige Einheit
Suhrkamp
Bateson ist ein bekannter Anthropologe

Herman Haken, Maria Haken-Krell
Erfolgsgeheimnisse der Wahrnehmung
Synergie als Schlüssel zum Gehirn
Ullstein
Professor Dr. Dr. h.c. mult. Herrmann Haken ist der Begründer der Synergetik

Friedrich Nietzsche
Jenseits von Gut und Böse

Bastian Sick
Der mit dem Maul wirft
In Zwiebelfisch der Kulturbeilage des SPIEGELS 7/2007

Optische Illusionen
Al Seckel
Tosa Verlag 2004
ISBN 3-85492-434-8